Jochen Schweizer

Jochen Schweizer, Adrenalinunternehmer

Das umfangreiche Angebot seiner Eventagentur haben sicher schon viele Menschen wahrgenommen. Begonnen hat Jochen Schweizer als Stuntman für Filmproduktionen, hat mehrere Weltrekorde aufgestellt und sich diverse Einträge im Guinness-Buch der Rekorde gesichert. Der bloggende Extremsportler machte in Deutschland den Bungee-Sport bekannt und populär. Aus seiner 1985 gegründeten Werbeagentur ist 2004 die Jochen Schweizer GmbH geworden, die außergewöhnliche Erlebnisse anbietet. Gemeinsam mit der Jochen Schweizer Events GmbH und der Jochen Schweizer Projects AG beschäftigt die gesamte Gruppe mehr als 300 Mitarbeiter.

Was regte Sie zuletzt (im Internet) so richtig auf?
Die Macht von Google. Aber es hilft nichts. Wer eine kommerziell erfolgreiche Website betreiben will, kommt an Google kaum vorbei. Und muss das Spiel eben spielen …

Wie waren Sie in der Schule?
Ich habe viel gefehlt. Ansonsten gutes Mittelfeld. Schon damals gab es eine Menge anderer Sachen, die mich beschäftigten und vor allen Dingen interessierten (lacht).

Wer ist Ihr Lieblingsheld/in in einem Roman oder Film – und warum?
Jean-Marc Barr in Luc Bessons “The Big Blue“. Dort gibt es eine Szene in der die New Yorker Journalistin, die sich in den Apnoe Taucher verliebt hatte – diesen fragte, warum er nach Erreichen des tiefsten Punktes immer so (unnötig) lange in der Tiefe verweilen würde. Antwort: “It`s sometimes hard to find a reason to get back up again.“ Das fand ich sehr berührend, denn sie realisierte, dass er in einer anderen Welt lebt, in einer Welt in die sie ihm nicht folgen konnte. Es gibt noch eine zweite Schlüsselszene, als er nachts bei Vollmond das gemeinsame Bett verlässt und aufs Meer hinausschwimmt um mit einem Delfin zu spielen. Diese unglaublich schönen Bilder empfinde ich als eine große Bereicherung.

Wie sähe morgen mit einem Netzausfall für Sie aus?
Das wäre nicht so gut für mich, denn mein Unternehmen realisiert über 50 Prozent der Verkäufe von Erlebnisgeschenken online. Zwar haben wir auch eine eigene Ladenkette und über 4.000 Einzelhändler, die unsere Erlebnisse verkaufen, z.B. ATU oder Postbank, aber das Netz ist unser wichtigster Vertriebskanal.

Womit verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?
Sehr gerne ganz alleine für mich im Kajak – ich sammle alte Mahagoni Rennkajaks und fahre sie auch beinahe täglich – oder mit meinen Söhnen beim Sport und am liebsten in Norwegen.

Wofür sind Sie sich nie zu schade?
Einem anderen weiterzuhelfen, wenn es mal hängt.

Worauf im Internet wollen Sie nicht mehr verzichten?
Auf meine eigene Site www.jochen-schweizer.de, weil sie hunderttausenden außergewöhnliche Erlebnisse ermöglicht, sei es ein Fallschirmsprung oder ein romantisches Wellness-Wochenende – und weil ihr Erfolg auch gleichzeitig die materielle Lebensgrundlage für meine Familie ist.

Was werden Ihre Freunde wohl bei Ihrer Beerdigung über Sie sagen?
Er war ein wilder Hund und hat immer sein Ding gemacht. Dabei ist ihm nicht immer alles gelungen aber er hat niemals aufgegeben. Seinen Kindern hat er versucht ein guter Vater zu sein.

Was würden Sie in Ihrem Leben – zurückblickend – gerne anders machen?
Das hängt von der Betrachtungsebene ab. Man weiß ja zumeist selbst am besten, wo und wann man entscheidende Fehler gemacht hat, die den Lebensweg direkt oder indirekt beeinflusst haben. Nun könnte man sagen: “Wenn dies oder das nicht passiert wäre, dann wäre ich heute hier oder dort.“ Ich halte diese Betrachtungsweise nicht für zielführend. Denn der Punkt, an dem ich heute in meinem Leben stehe, resultiert aus der Summe meiner Entscheidungen und Handlungen in der Vergangenheit. Es geht mir gut, also habe ich mehr richtig als falsch gemacht. Und mit den Entscheidungen und Handlungen, die ich ab diesem Moment vollziehe, bestimme ich meine Zukunft. Das bedeutet, dass ich daran glaube, dass jeder Mensch, jederzeit, sein Leben ändern kann. Wenn er nur will. Und von genau dieser Überzeugung handelt meine Autobiografie „Warum Menschen fliegen können müssen“, die ich gerade veröffentlicht habe.

Foto: Jochen Schweizer Unternehmensgruppe

  

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